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Blohm & Voß
Blohm & Voß Schiffswerft, Abteilung Flugzeugbau,
Hamburg-Steinwerder
Blohm & Voß L 10 "Friedensengel"
Hierbei
handelte es sich um einen Träger für den Torpedo LT 950 C. Dieser
Gleiter sollte aus einer Höhe von 2500 m vom Mutterflugzeug abgeworfen
werden. Dadurch sollte sich die Reichweite der Torpedos um 8,5 km vergrößern.
Nach dem Abwurf wurde nach 3 Sekunden ein kleiner Flugdrachen
ausgeworfen, der an einem 25 m langem Kabel nachgeschleppt wurde. War
der L 10 etwa 10 m über der Wasseroberfläche, so streifte der
Flugdrachen diese und löste dabei elektrisch die Sprengbolzen aus, mit
denen der LT 950 C am L 10 befestigt war. Der Torpedo löste sich vom
Gleiter und lief nun auf einer Unterwasserbahn auf das Ziel zu. Ab
September 1942 wurden 54 Stück der Torpedogleiter bei Versuchsabwürfen
getestet. Es wurden dann 330 Stück in verschiedenen Versionen geplant,
von denen 270 auch tatsächlich gebaut worden sind. Hiervon wurden 136
Stück bei weiteren Versuchen verbraucht und 34 Stück zur
Truppenerprobung an das Kampfgeschwader (KG) 26 geliefert.
Bis Kriegsende baute man etwa 450 L 10, die unter anderem in Peenemünde
erprobt wurden. Zu einem Fronteinsatz kam es nicht mehr.
| Technische Daten: Blohm
& Voß L 10 "Friedensengel" |
| Klassifikation: |
Torpedo-Traggleiter |
| Spannweite: |
2,8 m |
| Länge: |
3,9 m |
| Gewicht: |
220 kg (ohne Torpedo) |
| Einsatzreichweite: |
ca. 3,3 km |
Blohm & Voß L 11 "Schneewittchen"
Hier
handelte es sich um eine Weiterentwicklung das L 10, bei dem sich der LT 950 C
in zwei Rumpfschalen befand, aus denen er sich in einem ähnlichen
Verfahren wie beim L 10 löste.
Das RLM lehnte diesen Entwurf aber aufgrund seines Preises von RM
15.000,- pro Stück ab.
Blohm & Voß Bv 143
Bei
der Bv 143 handelte es sich um einen Gleittorpedo, der mit einer kleinen
Walter-Rakete ausgerüstet war. Es war vorgesehen, daß das mit dem
Infrarot-Zielsuchkopf "Hamburg" ausgestattete Projektil etwa 5
bis 7 km vom Ziel entfernt von einem Trägerflugzeug abgeworfen und im
automatisch gesteuerten Sinkflug auf das Ziel zugleiten sollte. Aus der
geneigten Gleitflugbahn sollte die Bv 143, bevor sie in das Wasser
eintauchte, kurzzeitig Schub aus dem Raketenmotor erhalten. Dadurch
sollte sie dicht über der Wasseroberfläche noch einmal in einen kurzen
Steigflug übergehen. Für die Umsteuerung auf die neue Flugbahn bei der
geringsten Wasserberührung wurde ein mechanischer Fühler entwickelt,
der aber nicht befriedigte. Weitere Versuche mit einer normalen
Barometerdose schlugen ebenfalls fehl. Erfolg versprach nur ein
elektrisches Höhenlot, welches aber seinerzeit noch nicht zur Verfügung
stand. Zu erwähnen bleibt noch, daß für den Gleittorpedo auch ein
chemisch betriebenes Katapult für den Katapultstart von Schiffen aus
entwickelt wurde. Insgesamt aber stieß die Entwicklung dieses
Steuerungs- und Triebwerksautomaten auf so große Schwierigkeiten, daß
sie vor der Serienreife abgebrochen wurde.
Als Triebwerk war die Walter-Startrakete 109-501 vorgesehen. Es wurden
vorerst 200 Stück hergestellt, später diese Menge auf 250 erhöht. Die
Erprobung mit He 111 H-6 als Trägerflugzeug wurde ab Februar 1941 im
Raum Zinnowitz, östlich Peenemünde, durchgeführt. Obwohl mit Bv 143 V
17 im April 1941 bei einer Brennzeit des Triebwerks von 70 Sekunden eine
Flugstrecke von 24 km in drei Minuten und 40 Sekunden erreicht wurde,
blieb die Einhaltung des Abstandes zur Wasseroberfläche ein unlösbares
Problem. So wurde nach Fertigung einer kleinen Serie die ganze
Entwicklung bei der Luftwaffe gestrichen.
Da die Kriegsmarine Interesse zu zeigen begann, wobei man sich Bv 143
als Katapultwaffe vorstellte, begann Dr. Vogt bei Blohm & Voß das
Gerät entsprechend umzukonstruieren. So entstand die Bv 143 B., die äußerlich
nicht mehr viel Ähnlichkeit mit der Bv 143 hatte. Tragflächen und
Leitwerk besaßen Endscheiben mit schmalen Rudern, wobei die Spannweite
des Höhenleitwerks nicht viel geringer als die der Tragflächen war.
Zumindest ein Exemplar dieser Katapultausführung ist erprobt worden. Zu
einem Fronteinsatz kam es nicht mehr.
| Technische Daten: Blohm
& Voß Bv 143 |
| Klassifikation: |
Gleittorpedo |
| Spannweite: |
3,13 m |
| Länge: |
5,98 m |
| Gewicht: |
ca. 1.100 kg (inkl. Spengladung mit 500 kg) |
| Einsatzreichweite: |
24 km |
Blohm & Voß Bv 226/246 "Hagelkorn"
Dieses
Geräte wurde konstruiert, um es als Ferngleitbombe einzusetzen. Als Trägerflugzeuge
wurden Heinkel He 111 und Junkers Ju 88 verwendet, wobei man hoffte, bis
zu drei dieser Geräte transportieren zu können. Die Gleitbombe wurde
zuerst als Bv 226, später als Bv 246 "Hagelkorn"
bezeichnet. Sie sollte aus einer Höhe von 7000 m bei einer
Abwurfgeschwindigkeit von 550 km/h abgeworfen werden und eine Reichweite
von 210 km erzielen. In Bodennähe sollte sich die Geschwindigkeit der
Bombe auf 450 km/h verringern. Da nach den ersten Versuchen die
Treffgenauigkeit nicht befriedigte, lehnte das RLM dieses Projekt ab.
Erst im Sommer 1943 besann man sich im RLM auf die Bv 246, von der nun
elf Versionen geplant wurden. Am 2. Juli 1943 erhielt die
Erprobungsstelle Karlshagen den Auftrag die Bv 246 B zu testen. Die
Truppenerprobung sollte beim KG 101 in Greifswald erfolgen.
Die Erprobung wurde mit einer Ju 188 E-1 durchgeführt, führte aber zu
keinen befriedigenden Ergebnissen. Gleitwinkel und Treffgenauigkeit
entsprachen nicht den gestellten Forderungen. Als das Trägerflugzeug zu
Bruch ging, wurden die Versuche abgebrochen. Trotzdem wurde im Dezember
1943 der Serienbauauftrag erteilt, aber bereits Ende Februar 1944 wieder
gestoppt. Im März wurden die Erprobungen und die Produktion dann doch
wieder aufgenommen. Allerdings baute man nur eine Kleinserie von 550 Bv 246 B
zur Verwendung als Flakzielmodell.
Die Bv 246 erprobte man mit verschiedenen Steuerungssystemen, wobei
Junkers Ju 88 , Heinkel He 111 und Focke-Wulf Fw 190 als Trägerflugzeuge
dienten. Gegen Ende des Krieges wurden noch zehn Bv 246 mit dem "Radieschen"-Zielsuchkopf
(ein Rahmen-Dipol) ausgerüstet und auf dem Artillerie-Schießplatz in
Unterlüß erprobt. "Radieschen" war ein Spezialzielsuchkopf,
der die Geschosse selbsttätig in die Radar- und Leitanlagen für die
alliierten Bomber an der englischen Süd- und Südostseite leiten
sollte. Durch die unzureichende Steuerfähigkeit in Verbindung mit
mangelnder Stabilität führten allerdings nur zwei der Abwürfe mit der
Bv 246 B zum Erfolg.
| Technische Daten: Blohm
& Voß Bv 226 / 246 "Hagelkorn" |
| Klassifikation: |
gelenkte Luft-Boden-Gleitbombe |
| Spannweite: |
6,4 m |
| Länge: |
3,53 m |
| Gewicht: |
730 kg (inkl. 430 kg Sprengkopf mit Pulverladung und
Aufschlagzünder) |
| Einsatzreichweite: |
ca. 210 km |
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