Auch die Firma Telefunken hatte sich seit 1936 mit der Entwicklung eines
Funkmeßgerätes für die Flak beschäftigt. Das erste Gerät "Darmstadt" war
zunächst nur ein Versuchsgerät und noch nicht fahrbar. Man kann es aber als
unmittelbaren Vorläufer der späteren verbesserten Seriengeräte bezeichnen.
Sowohl im technischen Aufbau, als auch rein äußerlich, unterschied sich das Gerät von
denen der Firmen GEMA und Lorenz. Es arbeitete mit einen Parabolspiegel von 3 m
Durchmesser im sog. Simultan-Betrieb, d. h. die Antennenfläche wurde sowohl vom Sender
als auch vom Empfänger genutzt. Das Gerät besaß eine Reichweite von 8 - 10 km, eine
E-Meßgenauigkeit von ± 100 m und eine Seiten- und Höhenpeilgenauigkeit von .±
0,25°, es war also schon wesentlich genauer als die ersten Geräte der Firma Lorenz.
Weiterhin hatte es bereits eine zusätzliche Fernsteuerung, die es erlaubte, von einem vom
Spiegel abgesetzten Gerätestand aus das Ziel zu suchen und zu verfolgen.
Seit 1937 befaßte sich
Telefunken mit der Entwicklung eines kleinen Funkmeßgerätes für Nahortungs-und
Kennungszwecke. Es war das FuMG 39 T . Im Herbst 1939 wurde das
Gerät unter der Bezeichnung FuMG 62 "Würzburg" vorgeführt. Der Parabolspiegel
von 3 m Durchmesser war über eine Achse nach oben von 0° bis 90° kippbar und konnte um
360° der Seite nach geschwenkt werden. Das Gerät hatte einen Meßbereich bis 40 km bei
einer E-Meßgenauigkeit von ± 80-120 m. Die Genauigkeit der Seiten-und Höhenpeilung lag
bei ± 1,5-2°.
Diese Werte reichten allerdings noch nicht für eine gute Einweisung der Kommandogeräte
schwerer Flakbatterien aus. Mit Hilfe von Umwertegeräten (Malsi) wurden jedoch mehrere
Batterien an die zunächst noch wenigen FuMG angeschlossen, um so doch ein einigermaßen
konzentriertes, geleitetes Störfeuer auf einfliegende Feindmaschinen zu ermöglichen.
Ein wichtige Entwicklung stellen die beiden seitlichen Antennen dar. Es handelte sich
dabei um die Empfangsantennen für die Freund-Feind-Kennung. Damit war es nun möglich, im
Empfangsbereich des Gerätes feindliche Maschinen von eigenen zu unterscheiden. Dazu
mußten die deutschen Flugzeuge allerdings mit dem Bordfunkgerät FuG 25
"Zwilling" ausgerüstet sein.
Durch einen von
Telefunken 1940 entwickelten Feinpeilzusatz (den C-Zusatz) wurde das Gerät als FuMG
62 C
"Würzburg " nachgerüstet oder neu erstellt. Statt eines festen Dipols war das
Gerät nun mit einem laufenden Dipol, einem "Quirl", ausgestattet, durch den
sich die Peilgenauigkeit der Seite nach auf ± 0,45° und der Höhe nach auf ± 0,45 -
0,56° verbesserte.
Neben der neuen rotierenden Antenne (siehe Bild) hatte die C- Version ein neues
Sichtgerät ANG 62.

Durch die Einführung des "D-Zusatzes" EAG 62 "Emil" wurde die
E-Meßgenauigkeit auf ± 25-40 m verbessert und gleichzeitig eine direkte Eingabe der
Entfernungswerte auf ein Übertragungsgerät ermöglicht, das die entsprechneden Daten an
das Kommandogerät der Flakbatterie weiterleiten konnte.
Als FuMG 62 D "Würzburg", kam das Gerät 1942 zur Truppe.
Bis Kriegsende waren rund 4.000 Geräte des Typs FuMG 62 gefertigt worden. Es war damit
das Standardfunkmeßgerät der Flakartillerie.

Dies ist ebenfalls ein interessante Aufnahme eines "Würzburg D" -Gerätes. Sie zeigt auf dem Kopf des Dipols eine Antenne für die Freund-Feind-Kennung. Sie arbeitete ähnlich wie bei der A-Version des "Würzburg"-Gerätes.
Hier mache ich einen kleinen Sprung zum FuMG 65, da dieses eine Weiterentwicklung des FuMG 62 darstellt.