Die ersten wirklich ernsthaften Forschungsversuche im Bereich der Funkmeßtechnik
begannen im Jahr 1934 mit der Gündung der GEMA, der "Gesellschaft für
Elektroakustische und Mechanische Apparate". (nicht mit der heutigen "Gema"
identisch)
Dort begann man gezielt mit der Entwicklung eines Radargerätes. Dabei arbeitete man vor
allem mit einer Betriebsfrequenz im Ultrakurzwellen-(UKW)-Bereich (125MHz), weil die
benötigten Richtantennen zusammen mit den übrigen Geräten auf einem Drehstand
angeordnet werden konnten. Am 24. Oktober 1934 demonstrierte man Marineoffizieren in der
Lübecker Bucht das Prinzip der Funkmeßtechnik, wobei die auf ein 12 km entfernt
liegendes Versuchsboot ausgesandten Strahlen reflektiert wurden. Auch eine zufällig
vorbeifliegende Junkers W34 reflektierte die ausgestrahlten Impulse.Obwohl die Marine von
der Vorführung beeindruckt war und 70.000 RM für die weitere Entwicklung bewilligte, war
das Interesse des Militärs am Radar zunächst immer noch gering.
Trotzdem liefen bei der GEMA, inzwischen auch bei den
Firmen Lorenz und Telefunken, die Arbeiten weiter. Sie führten bei der GEMA zur Fertigung
eines Gerätes, das man wohl als die Urform der folgenden "Freya"-Geräte
bezeichnen kann. Mit ihm waren bereits Flugzeuge zwischen 40 und 75 km Entfernung je nach
Zielhöhe erfaßbar. Ende 1938 kam das erste verbesserte "Freya"-Gerät als
Frühwarngerät zur Truppe. Dieser Typ kam auch beim Einmarsch der deutschen Truppen in
die Tschechoslowakei zum Einsatz, wobei man wichtige Erkenntnisse über den Einfluß des
Geländes gewinnen konnte. Zu Beginn des 2. Weltkrieges am 1. 9. 1939 standen ganze acht
"Freya"-Geräte zur Verfügung, die auf einigen Nordseeinseln stationiert waren.
Am 18. Dezember 1939 erkannten diese Geräte frühzeitig einen anfliegenden feindlichen
Wellington-Bomber-Verband der britischen Luftwaffe und meldeten dies an ein Jagdgeschwader
in Jever. Die Engländer verloren durch diese Frühwarnung 34 Maschinen. Dabei handelte es
sich aber noch nicht um Flakziel-Funkmeßgeräte (FuMG), die zu Kriegsbeginn noch
überhaupt nicht irn Einsatz waren. Das Fehlen solcher Geräte stellte sich sehr bald nach
Kriegsbeginn als nachteilig heraus.
Die Funkmeßgeräte der Flak (FuMG)
Bisher erfolgte die Ortung feindlicher Flugzeuge für die Flak über optische oder akustische Geräte, die sich jedoch besonders bei Nacht als unzuverlässig erwiesen. Darum wurden dringend Flakzielgeräte gefordert, die von der Optik unabhängig und bei jeder Wetterlage einsetzbar waren. Sie sollten mit dem sogenannten Kommandogerät gekoppelt werden. Ein hochentwickeltes Gerät, das die erforderlichen Daten für die Zünderlaufzeit, den Schußwinkel etc. für die Geschütze lieferte.
Das obengenannte "Freya"-Gerät war, wie gesagt nur ein Frühwarngerät für
den Jägereinsatz.Es war noch nicht geeignet, um genaue Zieldaten für die Flak zu
liefern. An einem solchen arbeiteten die Firmen Lorenz und Telefunken.
Gefordert wurde eine genaue Ortung bis mindestens 25 km und darüber, eine
Entfernungsgenauigkeit von ± 10 m auf alle Entfernungen des Meßbereichs (
E-Meßbereich), und eine Genauigkeit der Winkelmessung von ± 1 Strich (Seite)
und ± 0,06° (Höhe). Diese Forderungen eilten dem Entwicklungsstand von 1939/40
allerdings weit voraus.
Zu den Kurzbezeichnungen der Geräte eine Bemerkung:
Flakzielgeräte der Firma Lorenz
Flakzielgeräte der Firma Telefunken